Klaus Zimmermann, Mitarbeiter, Unternehmen, Unternehmer, Erfolg
Warum Sie sich von Ihren Mitarbeitern schubsen lassen sollten

Irgendwo im Unternehmen ist ein Engpass, irgendwo ist eine Schwachstelle. Sie haben schon in Abteilungen geschaut und trotzdem finden Sie die Ursache für Ihr Ressourcen-Problem nicht. Was tun? 

Mitarbeiter als Quelle

Wir Menschen sind in unserer Wahrnehmungsblase manchmal so gefangen, dass wir einen Schubser von außen benötigen, um eine neue Perspektive einnehmen zu können. Einen Schubser, der Ihnen hilft mit anderen Augen auf Ihr Unternehmen zu schauen – und der Sie vielleicht zu der Ursache Ihres Problems stolpern lässt.

Diesen Schubser können Sie von verschiedenen Personen bekommen: von einem Coach, Ihren Bekannten, Kollegen … oder aber Mitarbeitern. Das scheint Ihnen im ersten Moment vielleicht ungewöhnlich und vielleicht ist es Ihnen als Unternehmer auch unangenehm. Aber: Die eigenen Mitarbeiter sind immer eine starke Ressource. 

Jeder Mitarbeiter macht nämlich Beobachtungen, von denen er manche mit Ihnen als Chef nicht teilt. Gerade aufgeschlossene Chefs, die ein gutes und offenes Verhältnis zu ihren Mitarbeitern haben, unterschätzen diesen Aspekt. Doch es gibt selbst im entspanntesten Mitarbeiter-Chef-Verhältnis Themen, die sich Mitarbeiter nicht trauen, an ihren Vorgesetzten heranzutragen. Zu groß ist gefühlt die Machtdistanz, um sinngemäß zu sagen: „Bei allem Respekt, das, was Sie da machen, ist der größte Blödsinn!“ Kritik am Chef halten Mitarbeiter meist zurück, oder besprechen die unbewussten Schwächen des Chefs nur untereinander. 

Stellen Sie sich!

Dabei sollte es in Ihrem und im Interesse des Unternehmens sein zu wissen, wo Ihre Mitarbeiter Gefahren sehen. Sie werden aber nur dann Kritik an Ihren Entscheidungen, Maßnahmen oder Verhaltensweisen äußern, wenn sie sich sicher fühlen. Wenn sie nicht befürchten müssen, deswegen als illoyal oder widerspenstig wahrgenommen zu werden. Die einzige Möglichkeit also, als Chef die Ressource „Mitarbeiterperspektive“ anzuzapfen, ist: Ihre Leute ausdrücklich um Feedback zu bitten. Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter, Sie kritisch zu hinterfragen. Immer und immer wieder. Erst wenn es im Unternehmen eine Feedback-Kultur gibt, die Kritik an den Chef mit einschließt, können Sie Ihre Mitarbeiter aktiv in die Suche nach dem Engpass einbinden. 

Prävention üben

Aber: Seien Sie gewappnet! Wenn Sie solch eine Kultur fordern, müssen Sie natürlich auch damit rechnen, dass Sie kritisiert werden – von Ihren Mitarbeitern. Sehen Sie das als Chance. Damit sind Sie für die Zukunft schlauer! Wenn Ihre Mitarbeiter entdeckt haben, dass Sie zu viel kontrollieren, überlegen Sie sich, was Sie brauchen, um mehr zu vertrauen. Und üben Sie das Vertrauen! Wenn Ihre Mitarbeiter zu dem Schluss kommen, dass Sie zu wenig kontrollieren, fragen Sie sich, was ein gesundes Maß an Kontrolle wäre, und wie Sie diese leisten können – ohne selbst darunter zu leiden. Vielleicht ist es eine Aufgabe, die sich delegieren lässt? Finden Sie jedenfalls Mittel und Wege, um das Problem künftig nicht wieder entstehen zu lassen. 

Prävention können Sie auch betreiben, indem Sie sich immer häufiger aus dem Tagesgeschäft rausziehen, und immer mehr die Helikopter-Perspektive einnehmen. Sie sehen also, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Engpass in Ihrem Unternehmen zu finden. Sie müssen sich nur schubsen lassen …

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