Klaus Zimmermann, Immobilie, Ausland, Eigentum
Immobilien im Ausland: Lohnenswert oder Griff ins Klo?

„Ich weiß, ich muss jetzt dringend was für meine Altersvorsorge machen. Aber ich verdiene ja nicht die Welt – wie soll ich mir da eine Immobilie als Wertanlage leisten können? Vielleicht schaue ich mich mal im Ausland nach einer Immobilie um …“ 

Ja, im ersten Moment kann der Gedanke verlockend sein, in einem Land, in dem Immobilien lediglich einen Bruchteil unserer Preise kosten, zu kaufen. Ich kann Ihnen nur raten, solche Gedanken ganz schnell in die Wüste zu schicken … 

Alles eine Frage der Kaufkraft

Denn Fakt ist: Fast nirgendwo auf der Welt sind Immobilien so günstig wie in Deutschland. Ja, Sie haben richtig gelesen. Denn die Preise sind in Relation zur Kaufkraft, also dem durchschnittlichen Nettoeinkommen, in Deutschland sogar richtig billig. Wirklich. 

Natürlich müssen wir hier auch nochmal differenzieren: Eine Zweizimmerwohnung am schönen Bodensee oder in München kostet sicherlich mehr als eine Wohnung in Ostdeutschland. Doch am Ende des Tages geht es nur um die Relation Kaufkraft zu Immobilienpreisen. Und genau da schneidet Deutschland spitze ab. 

Deshalb finde ich es auch äußerst schwierig, im Ausland eine Immobilie zu kaufen. Sofern Sie sie nicht selbst als Ferienwohnung oder Zweitwohnsitz nutzen. Denn ich bin überzeugt: Wenn Sie eine Immobilie kaufen, die Sie vermieten möchten, dann sollten sie immer in Fahrradweite sein. Und das hat auch seine Gründe …

  1. Der emotionale Aspekt:

Wenn Sie bereits Eigentum besitzen, dann wissen Sie, was ich meine, wenn ich vom emotionalen Aspekt spreche. Es ist etwas vollkommen anderes, Eigentum haptisch vor Augen zu haben. Dieses Gefühl ist gigantisch. Selbst wenn ich meine Immobilie vermiete, fahre ich mit dem Rad hin und kann sagen: „Das ist meins.“ Ein Gefühl, dass Ihnen bei einer Immobilie im Ausland verwehrt bleibt. 

  1. Da sein, wenn’s brennt: 

Der Wasserhahn tropft, das Türschloss klemmt, die Heizung will nicht – wenn Sie eine Immobilie besitzen, dann wissen Sie, dass das auch Arbeit bedeutet. Wenn Sie eine Immobilie im Ausland haben, können Sie nicht mal schnell vorbeifahren und schauen, ob die Mängel auch tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Sie müssen Ihrem Vermieter blind vertrauen. Kann gut gehen, muss es aber nicht. 

  1. Regional vernetzt: 

Wenn Sie sich eine Immobilie in Ihrem Umkreis kaufen, dann wissen Sie, worauf Sie sich einlassen. Sie kennen höchstwahrscheinlich die Stadt, kennen die Infrastruktur, wissen, welche Dienstleister und Handwerker Ihrem Anspruch gerecht werden. Kaufen Sie jedoch eine Immobilie irgendwo im Ausland, fangen Sie bei Ihrem Netzwerk bei Null an. 

  1. Rechtliche Voraussetzungen: 

Nicht in jedem Land haben Sie so viele Rechte als Eigentümer wie bei uns in Deutschland. Der Geldtransfer beispielsweise passiert erst dann, wenn Sie auch als Eigentümer eingetragen sind. Sie werden staatlich bei Renovierungen unterstützt usw. Im Ausland stehen Sie in rechtlichen Fragen ganz oft vor ganz anderen Herausforderungen. Denken Sie nur mal an die Versteuerung, auch die variiert massiv. 

No-Go Immobilie im Ausland

Sie merken, worauf ich hinaus will: Es geht nicht darum, einfach nur irgendeine Immobilie zu besitzen. Sie muss auch im richtigen Land, im richtigen Zuzugsgebiet sein. Kaufen Sie sich also lieber hier in Deutschland eine kleine Wohnung statt ein ganzes Haus im Ausland. Denn dort ist es ein Spiel mit dem Feuer: Steigen die Preise, haben Sie Glück. Fallen Sie, war das ein teurer Griff ins Klo. In Deutschland wird Ihnen das nicht passieren – garantiert! 

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