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Knapp an den Zielen vorbei ist auch daneben

Als Unternehmer fühlen Sie sich manchmal wie im falschen Film: Die Ziele sind klar definiert, die Erwartungen auf allen Seiten abgestimmt, die Mitarbeiter sind mit der Umsetzung betraut. Und was passiert? Nichts. Zielvereinbarungen werden nicht eingehalten oder nachträglich als unerreichbar dargestellt. Oder die Ziele werden einfach nicht mit dem nötigen Biss verfolgt. 

Ergebnis: Die Entwicklung der Umsätze liegt weit hinter den Erwartungen zurück. Und Sie hecheln dem geplanten Auftragsvolumen, den Umsätzen, dem Gewinn hinterher. 

Was für ein blödes Gefühl! Und vor allem: Was für eine verquere Situation! 

Klarheit und doch keine Klarheit 

Das schlechte Ergebnis ist nämlich völlig unverständlich. Die Ziele wurden ja besprochen und abgestimmt. Jeder Mitarbeiter hat ihnen zugestimmt und versichert, alles für die Zielerreichung zu tun. Und Sie als Unternehmer haben auch alle Voraussetzungen dafür geschaffen.

Woran liegt also die ganze Misere? Warum sind Ihre Mitarbeiter so ein müder, unmotivierter Haufen geworden? Haben Sie etwa die falschen Leute eingestellt?

Sich bei der Personalsuche zu vergreifen, das passiert selbst in den besten Unternehmen. Zum Beispiel wenn im Auswahlprozess nicht ausreichend abgeklopft wird, ob der Kandidat nicht nur fachlich, sozial und von der Persönlichkeit her ins Team passt, sondern auch von seiner inneren Einstellung. 

Gut möglich, dass sich dann ein Mitarbeiter mit einer Beamtenmentalität einschleicht, der seine Arbeitszeit absitzt und dessen einziges Ziel es ist, mit möglichst geringem Aufwand durch den Tag zu kommen, und sich um 17 Uhr mit voller Kraft in seine Freizeitaktivitäten zu stürzen. Sicher, solche Arbeitnehmer gibt es immer mal wieder. Aber nach meiner Erfahrung bilden sie die Ausnahme. 

Raum zur Entfaltung 

Sie können davon ausgehen, dass 95 Prozent Ihrer Mitarbeiter grundsätzlich motiviert sind, ihren Beitrag zum Erfolg Ihres Unternehmens zu leisten. Wären sie es nicht, hätten sie sich nicht ausgerechnet bei Ihnen beworben. Jeder Mensch trägt eine intrinsische Motivation in sich, die nicht erst von außen entfacht werden muss. Sie ist bereits da! 

Sie braucht nur einen Raum, in dem sie sich entfalten kann. Und das ist ein Raum von Gleichgesinnten. Der innere Antrieb, zum Beispiel Familien ein gemütliches, geräumiges, schönes Zuhause zu ermöglichen, kann einen Unternehmer, einen Maler, einen Fliesenbauer, einen Zimmermann und jede Menge weitere Handwerker, Assistenten, Sekretäre und Baugehilfen zusammenbringen. Macht jeder genau das, was ihn motiviert, wird das aller Voraussicht nach ein starkes, sehr erfolgreiches Team. 

Wenn aber ein ganzes Team oder mehrere Mitarbeiter so gänzlich unmotiviert sind, dann liegt es nicht daran, dass ihnen die grundsätzliche Motivation fehlt. Sondern daran, dass sie ihnen genommen wurde. Von außen können Sie zwar niemandem Motivation einflüstern, aber sie können vorhandene Motivation sehr wohl im Keim ersticken. 

Wessen Antrieb bestimmt das Ziel? 

Das schaffen Sie, indem Sie Menschen, die zum Beispiel viel Freiheit brauchen, in Normen und Kontrollmechanismen einzwängen. Oder indem Sie Menschen, die Ordnung brauchen, um sich zu konzentrieren, in ein chaotisches Umfeld stecken. Oder indem Sie jemanden, der sein Allerbestes gibt, anschuldigen. Oder indem Sie nicht den inneren Antrieb Ihrer Mitarbeiter beachten, sondern Ihnen fremde Ziele vorsetzen, mit denen sie wenig anfangen können – die sie aber zu erfüllen haben. Gerade dieser letzte Punkt kommt häufiger vor, als Sie denken. 

Wenn also Ihre Mitarbeiter die Unternehmensziele nicht mit der Energie verfolgen, mit der Sie es gern hätten, kann es sein, dass hier ein Konflikt vorliegt: zwischen Ihrem inneren Antrieb – und dem inneren Antrieb Ihrer Mitarbeiter. 

Wie Sie herausfinden, wessen Antrieb Sie und Ihr Unternehmen verfolgen, verrate ich Ihnen in meinem Buch „Als Unternehmen musst du ja! Wie Sie aufhören zu schuften und endlich Freude an Ihrer Firma haben“.

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